Steuerungsgruppe „Reformprozess“

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Die Reformthesen „begabt leben – mutig verändern“ sind von der EKBO veröffentlicht und im Oktober 2014 hat mit dem Werktag ein großer landeskirchlicher Perspektivkongress stattgefunden (beides finden Sie hier dokumentiert: www.werktag-ekbo.de).

Nun geht der Prozess in die nächste Runde: Dazu wird die sogenannte „Gesamtsteuerungsgruppe Reformprozess“ neu besetzt. Den Vorsitz hat Bischof Dröge. Außerdem werden Propst, Synodenpräses, ein Generalsuperintendent, ein*e Vertreter*in der Kirchenleitung, Vertreter*innen kirchlicher Ämter, ein*e Superintendent*in, ein*e Pfarrer*in und ein*e ehrenamtlich Mitarbeitende*r in diesem Leitungsgremium vertreten sein – und ein*e Vikar*in unserer Kirche.

Als Vikarin wurde Frau Aline Seel ausgewählt. Wir durften Frau Seel interviewen.

Frau Seel - angehende Vikarin!
Frau Seel – angehende Vikarin!
1.      Im September beginnt Ihr Vikariat in der EKBO. Wie bereiten Sie sich auf die zweite Ausbildungsphase auf dem Weg ins Pfarramt vor?
Zwischen Studium und Vikariat habe ich ein Jahr gearbeitet, als Vertretungslehrerin für Religion im Wedding und für die Bundesarbeitsgemeinschaft Kirche und Rechtsextremismus (www.bagkr.de). Ich erkenne zunehmend die Alltagsrelevanz meiner theologischen Existenz. Mir wird die politische Kraft des Christentums immer bewusster und im letzten Jahr durfte ich viele Dimensionen theo-politischen Tuns kennenlernen und gestalten.
2.      Was ist Ihr Nummer 1 Tipp für Studierende der Theologie? 
Theologie studieren als theologische Praxis zu verstehen. Sucht euch Experimentierräume, in denen anspruchsvolle Theorien erprobbar werden – setzt sie und euch der Wirklichkeit aus! Theologie hat für mich weder Anfang noch Ende. Sie fängt nicht erst auf der Kanzel an, sondern ist da, wo die Probleme in meinem Haus und vor meiner Haustür drängen – als Christin will ich die Welt aufmerksam wahrnehmen und mit Herz, Mund und Händen gestalten.
3.      Sie sitzen in der Gesamtsteuerungsgruppe „Reformprozess“. Welches Thema ist für Sie am wichtigsten und warum? 
Ich habe diese Berufung gerne angenommen und bin froh, mitwirken zu dürfen. Mir liegt daran, dass Reform nicht zur Notlösung wird, sondern als ureigene Aufgabe kirchlichen Handelns verstanden wird. Nur in Bewegung sind wir Kirche, Ergebnisse müssen vorläufig bleiben – christliche Existenz ist für mich Existenz in Umkehr und im Verlassen vertrauter Räume. Meine Arbeitsschwerpunkte liegen im Bereich der Arbeit gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Antisemitismus. Wir sind hier nur Teil der Lösung, wenn wir erkennen, dass wir als Christenmenschen Teil des Problems sind. Vor Gott sind alle Menschen gleich – gerade in der antirassistischen Arbeit findet Kirche aus meiner Sicht zu sich selbst.
4.      EKBO – was sind Ihre ersten Assoziationen? 
Ich passe hier hin. Ich bin zwischen Ost und West, zwischen Stadt und Land aufgewachsen und vereine die Gegensätze dieser Landeskirche sozusagen in meiner eigenen Biographie. Spannungen produktiv gestalten und nicht wegreden, das ist mir wichtig, für meine Kirche und für mich selbst.
Vielen Dank für das Interview!

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