Sind Aufwand und Ablauf der Aufnahme in den Studierendenkonvent gut nachvollziehbar? Oder ist die Hürde hoch? Carina und ihre Freunde sind geteilter Meinung.

Das Gemeindepraktikum liegt hinter ihr. Carina ist glücklich. Jetzt geht’s zurück in die Stadt und ins Studium.
Das Gemeindepraktikum liegt hinter ihr. Carina ist glücklich. Jetzt geht’s zurück in die Stadt und ins Studium. Im Gemeindepraktikum hat sie nur freundliche Mitarbeiter*innen getroffen. Und mit ihrer Mentorin hat sie über alles reden können. Die Gemeinde hat ihr zum Abschied eine revidierte Lutherbibel geschenkt mit persönlicher Widmung. Carina und ihre Mentorin hatten oft gemeinsam darüber nachgedacht, was für und was gegen den Pfarrberuf spricht. Ihre Mentorin hatte ihr Tipps gegeben, wie sie ihr Hauptstudium gut strukturieren kann, welche Seminare sie besuchen sollte, damit sie die Erste Theologische Prüfung so früh wie möglich vorbereiten kann.

„Wenn du erst alles in zwei Semestern Examensvorbereitung lernen willst, dann ist das viel. Außerdem solltest du das Wichtige auch noch länger wissen, nicht nur in den Prüfungen.“, hatte sie Carina geraten. Examensvorbereitung, daran wollte sie jetzt noch gar nicht denken. Immer wieder hört man davon, wie viele Kandidat*innen Prüfungen nicht bestehen. Besonders vor den exegetischen Fächern hatten sie alle Respekt. Im Gemeindepraktikum hatte sie sich die Losungen in den Ursprachen gekauft. Zwei- bis dreimal in der Woche will sie damit Hebräisch und Griechisch auffrischen, mindestens. Dann sollte das Übersetzen während der Examensvorbereitung leichter gehen und hoffentlich auch in den mündlichen Prüfungen Altes und Neues Testament. Die Vorlesung „Große Texte der Bibel“ will sie im nächsten Semester auf jeden Fall besuchen. Von den einschlägigen Texten will sie bis zum Examen eine Ahnung haben.

Und was ihr Berufsziel angeht: Pfarrerin zu werden kann sie sich nach dem Gemeindepraktikum schon vorstellen. Die Entscheidung will sie später treffen. Ein bißchen Zeit hat sie ja noch, ein ganzes Hauptstudium lang. Im nächsten Semester will sie nach Möglichkeit sowohl ein religionspädagogisches als auch ein homiletisches Seminar besuchen. Angeboten wird ein Seminar zum Thema „Plausibel von Gott reden“. Alle Teilnehmenden halten im Seminar eine Predigt, über die dann anschließend diskutiert wird: was war gut, was war beim Hören nicht plausibel, was hätte man in der Dramaturgie noch anders machen können. Das Seminar ist ziemlich beliebt. Darum werden die Plätze meist ausgelost. Carina hofft, dass sie dabei ist. Sie möchte außerdem die Vorlesung „Postkoloniale, post-säkulare und gender/queere Theorie für eine kritische Religionswissenschaft und komparative Theologie“ besuchen. Wenn sie die Studienordnung richtig verstanden hat, kann sie sich die Vorlesung im Wahlbereich anrechnen lassen.

Bevor das Semester wieder los geht, möchte Carina noch ihren Praktikumsbericht schreiben. Das Modul sieht einen 12-seitigen Bericht vor. Ihre Tagebuchnotizen kann Carina dafür gut gebrauchen. Bevor sie den Bericht einreicht, schickt sie den Bericht noch einmal ihrer Mentorin, damit sie ihn lesen kann und evtl. streichen kann, was nicht für die Öffentlichkeit bestimmt ist. Mit ihrer Mentorin will sie in Kontakt bleiben. Sie könne sich jederzeit melden. In vier Wochen will Carina die Gemeinde schon wieder besuchen. Nach dem Konfirmationsgottesdienst ist im Pfarrgarten eine große Party organisiert.

Von der Landeskirche hat sie sich die Unterlagen für die Aufnahme in den Studierendenkonvent (sog. landeskirchliche Liste der Theologiestudierenden) schicken lassen. Tauf- und Konfirmationsurkunde, die sie dafür braucht, sollten zuhause bei ihren Eltern liegen. Nach einem pfarramtlichen Zeugnis über die Präsenz in einer Gemeinde will sie die Pfarrerin fragen, in deren Gemeinde sie beim Konfinachmittag aushilft. Die Mitgliedschaftsbescheinigung würde sie im Gemeindebüro ihrer Wohngemeinde bekommen, hatte Joris ihr gesagt. Dieses hat nicht immer geöffnet. Darum schreibt sie schon einmal eine E-Mail mit ihrem Anliegen.

Zur Aufnahme in einen Studierendenkonvent (sog. landeskirchliche Liste der Theologiestudierenden) gehört i.d.R. das Einreichen einiger Unterlagen:

– Abiturzeugnis
– ausführlicher, nicht tabellarischer Lebenslauf
– zwei Passbilder
– aktuelle Immatrikulationsbescheinigung
– Bescheinigung über die Zugehörigkeit zu einer Gliedkirche der EKD
– pfarramtliches Zeugnis über Präsenz in einer Gemeinde
– Taufurkunde/Bescheinigung der Taufe
– Konfirmationsurkunde

Nachdem du den Antrag gestellt hast, wirst du zum einem Kennenlerngespräch ins Landeskirchenamt eingeladen und führst ein vertrauliches Beratungsgespräch mit einem Gemeindepfarrer bzw. einer Gemeindepfarrerin.

Sind Aufwand und Ablauf der Aufnahme in den Studierendenkonvent (Antrag, Kennenlerngespräch, Beratungsgespräch) gut nachvollziehbar? Oder ist die Hürde damit hoch für die Aufnahme in den Studierendenkonvent? Carina und ihre Freunde sind geteilter Meinung.

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Unsere Homestory „Carina und ihr Weg ins Pfarramt“ – Was bisher geschah:

Carina und ihr Weg ins Pfarramt

Carina und ihr Weg ins Pfarramt Teil 1: Pfarrer sein ist doch irgendwie cool

Carina und ihr Weg ins Pfarramt Teil 2: Ascher? Wer denkt nach sechs Wochen Hebräisch-Intensivkurs noch an Zigaretten?

Carina und ihr Weg ins Pfarramt Teil 3: Die vier Reiter der Nicht-Apokalypse oder: Eine Fussballmannschaft ist wie eine Tischgemeinschaft

Carina und ihr Weg ins Pfarramt Teil 4: Auftauchen oder abtauchen? Wie viel „Landeskirche“ braucht man im Studium?

Carina und ihr Weg ins Pfarramt Teil 5: Es ist wichtig, dass man sich solche Unterbrechungen im Alltag schafft. Auch wenn es nicht immer einfach durchzuhalten ist. Aber der Hund muss ja schließlich raus. Das ist das Gute daran.

/dk

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