#proloco Deine EKBO proudly presents: Pfarrerin Anna Trapp, Bad Wilsnack: „Hier gibt es echtes Pfarramt und große Unterstützung für Newbies.“

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Pfarrerin Anna Trapp lebt und arbeitet seit Januar 2016 in Bad Wilsnack, Foto: privat
Wir haben Anna Trapp getroffen. Nach ihrem Theologiestudium und Vikariat in Berlin lebt und arbeitet sie jetzt seit anderthalb Jahren im Nordwesten Brandenburgs. Sie ist Pfarrerin im Pfarrsprengel Bad Wilsnack in der Prignitz. Natürlich vermisst sie ihre Freund*innen in Berlin. Doch ihre Lieben merken, wie gut es ihr geht, und freuen sich darüber.
Anna, bitte sag doch zu Beginn ein paar Sätze zu deiner Person!

Seit Januar 2016 arbeite ich im Pfarrsprengel Bad Wilsnack im Entsendungsdienst – und hoffentlich auch darüber hinaus!

Ich bin Anna Trapp und wurde im Juni 1986 in Paderborn geboren. Ich wuchs dort in der ländlichen Idylle inmitten einer konfessionsgemischten Familie auf. Nach dem Theologiestudium führte mich das Vikariat an die Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche. Seit Januar 2016 arbeite ich im Pfarrsprengel Bad Wilsnack im Entsendungsdienst – und hoffentlich auch darüber hinaus! „… Die Tore stehen offen. Das Land ist hell und weit.“ Diese Zeilen schmücken das Innenfutter meines Talars und sprechen von der Hoffnung, die mich in meinem Dienst trägt.


Du hast dein Vikariat an der Berliner Gedächtnis-Kirche absolviert. Geboren bist du in Paderborn. Was führt dich in die Prignitz?

Ich wurde von der Landeskirche in die Prignitz entsandt und zwar auf eine Pfarrstelle, von der die Personalstelle dachte: Da passt Anna Trapp gut hin. Gleichzeitig wurde auf meine Bitte Rücksicht genommen, mich an die Grenze der EKBO zur EKM zu senden, da meine Partnerin dort ihren Entsendungsdienst absolviert. Wir wollten unseren räumlichen Abstand verringern. So wurden aus 360 km nur noch rund 60 km.


Was haben die Gedächtnis-Kirche und die Wunderblutkirche gemeinsam?

Beide haben eine bewegte Geschichte und sind nicht nur für ihre jeweilige Region bedeutend. Der daraus erwachsene Stolz und das Engagement für die Kirche ist weithin spürbar.


Was ist Bad Wilsnack für ein Ort? Und dein Pfarrsprengel reicht ja noch weiter.

Bad Wilsnack ist ein wunderbarer Ort zu leben und zu arbeiten.

Bad Wilsnack ist ein wunderbarer Ort zu leben und zu arbeiten. Hier gibt es eine gute Altersdurchmischung und viel ehrenamtliches Engagement, nicht nur in der Kirche, sondern überall im Ort. Das Leben hier ist geprägt durch ein Miteinander der am Gemeinwesen interessierten Gruppen, so dass starke Partnerschaften dem Ort gut tun. Gleichzeitig ist natürlich der Tourismus für Bad Wilsnack wichtig, die Therme zieht hunderttausende Besucher an, davon können wir als Kirchengemeinde bisher nur träumen. Mein Sprengel besteht darüber hinaus noch aus einigen Dörfern mit je eigener Geschichte und Dorfkirchen mit besonderem Charme, z.B. die Quitzowkirche in Kletzke, die von einem Raubrittergeschlecht geprägt wurde. In den Dörfern macht sich allerdings der demographische Wandel und der Wegzug junger Familien bemerkbar. Dennoch versuchen wir z.B. durch gemeinsame Gottesdienste, Veranstaltungen oder Kooperation mit örtlichen Vereinen die Dörfer zu beleben.


Was vermisst du an Berlin?

Natürlich vermisse ich meine Freund*innen. Aber auch so etwas Banales wie Sushi oder indisch Essen gehen.


Was sagen deine Freunde und Familie zu deinem Arbeitsplatz?

Meine Lieben merken, wie gut es mir hier geht, und freuen sich darüber.

Meine Lieben merken, wie gut es mir hier geht, und freuen sich darüber. Aber gerade meine Freund*innen hätten mich, glaub ich, doch auch gern zurück. Meine Familie war erst skeptisch, ob ich hier ankommen würde, ob die Leute mich akzeptieren. Aber jetzt sind sie ganz begeistert, kommen häufig zu Besuch, planen ihren Urlaub hier. Mein Opa sagt bei jedem Telefonat: „Da, wo du jetzt lebst, da ist es schön!“ Einzig die schlechte Autobahnanbindung ist für meine Familie ärgerlich, von Ostwestfalen bis in die Prignitz, das ist eine längere Tour.


Was ist die größte Lust deines Pfarramtes?

Menschen zu begeistern, ihnen Hoffnung und Kraft, Freude am Glauben und der Gemeinschaft zu vermitteln.


Was der größte Frust?

Zum Glück wird mir Vieles von kompetenten Ehrenamtlichen abgenommen, auf die ich mich 100% verlassen kann.

Ich bin tatsächlich nicht so ein Mensch für Verwaltung, Zahlen und Paragraphen – zum Glück wird mir davon Vieles von kompetenten Ehrenamtlichen abgenommen, auf die ich mich 100% verlassen kann.


Als Pfarrerin bist du eine Person des öffentlichen Lebens. Welches sind deine privaten Rückzugsorte?

Ich habe Freund*innen gefunden, bei denen ich auch einfach nur Anna sein kann. Wir machen Musik, chillen, spielen.

Erst einmal habe ich hier in der Gemeinde Freund*innen gefunden, bei denen ich auch einfach nur Anna sein kann. Wir machen Musik, chillen, spielen. Außerdem gibt’s ja auch noch das Pfarrhaus meiner Partnerin in Jerichow. Und wenn wir beide mal ganz rausmüssen, dann gönnen wir uns Zeit in Berlin.


Was macht das Leben in der Prignitz aus der Perspektive von Theologie- und Gemeindepädagogikstudierenden attraktiv?

Hier gibt es echtes Pfarramt. Man lebt mit den Menschen und kann wirklich etwas zum Gemeinwesen beitragen. Kirchlich bietet die Prignitz eine großartiges Experimentierfeld – mit einer tollen Superintendentin, die gerne gemeinsame Visionen entwickelt.

Es gibt eine große Unterstützung für „Newbies“.

Es gibt eine große Unterstützung für „Newbies“, z.B. unseren Entsendetenkonvent, in den wir auch die Vikar*innen einladen. Und für die Sport- und Naturverbundenen reicht, denke ich, ein Ausflug hierher, um Begeisterung zu wecken.


Herzlichen Dank für das Gespräch, Anna. Gott segne dich und deinen Dienst!

Das Interview führte Dagmar Kelle.

Ende September werden wir Anna Trapp in Bad Wilsnack besuchen. Wer Lust hat uns zu begleiten, schreibe eine Mail an d.kelle[at]ekbo.de.

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