Pfarrer zu sein ist schon irgendwie cool

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Carina hat lange überlegt. Ihre Freunde studieren BWL und Medien. Sie hat sich für Theologie entschieden.
Hier lest ihr, wie Carina zur Theologie gekommen ist und welche Rolle der Religionsunterricht bei dieser Entscheidung gespielt hat. Ihr Freund ist nicht getauft, diskutiert aber mit Carina viel über Glauben und Kirche. Ihre Eltern schenken ihr zum 18. Geburtstag einen Wecker.

Carina hat das Abitur in der Tasche. Gemeinsam mit ihren Freunden kommt sie aus dem Feiern gar nicht wieder raus. Heute wird sie 18. Ihre Freunde haben eine Überraschungsparty für sie organisiert. Am Montag wird es dann für alle ernst: Ihr erstes Semester an der Uni geht los. Carinas Freunde haben sich für BWL und Medien entschieden, sie selbst für Theologie. Sie hat lange überlegt. Geschichte, Philosophie, das wäre auch etwas für sie gewesen. Bei Theologie hat ihr gefallen, dass es ein Studiengang mit einem klaren Berufsziel ist. Ob sie Pfarrerin werden will, weiß sie noch nicht.

„Aber es hat sich seit meinem Studium doch vieles geändert, in den Gemeinden und auch in den Landeskirchenämtern.“

Der einzige Theologe, den sie besser kennt, ist ihr Religionslehrer. Pfarrer werden, das war damals doch nichts für ihn. Rund um die Uhr ansprechbar sein, im gläsernen Pfarrhaus wohnen, immer etwas Kluges zu sagen haben… Das seien seine Phantasien gewesen. Und seine damalige Freundin habe mit Kirche und Glauben gar nichts anfangen können, erinnert er sich. „Aber es hat sich seit meinem Studium doch vieles geändert, in den Gemeinden und auch in den Landeskirchenämtern.“ Vor kurzem habe er sich an seinen Traumberuf von damals wieder erinnert. Im Vorabendprogramm lief eine TV-Serie über einen alleinerziehenden Pfarrer mit vier Söhnen. Pfarrer sein ist schon irgendwie cool, habe er da wieder gedacht. „Jetzt sehe ich meine Aufgabe darin, meinen Schülerinnen und Schülern Lust auf Theologie und Kirche, die großen Fragen des Lebens zu machen. Das ist meine Berufung, und ich bin sehr glücklich damit.“

„Guck mal, Carina, das sind wir in 20 Jahren 😍“, hatte ihr Freund geschrieben.

Carina macht eher selten den Fernseher an. Sie teilt stattdessen mit ihren Mädels YouTube-Videos oder streamt am Wochenende Filme, wenn ihr Datenvolumen dafür ausreicht. Ihr Freund ist nicht getauft, diskutiert aber mit Carina viel über Glauben und Kirche. Im Internet hat er die Webserie „Meine Frau ist Pastorin“ gefunden. Guck mal, Carina, das sind wir in 20 Jahren: http://www.swissmade-reformation.ch/videos/index.html 😍, hatte er ihr über WhatsApp geschrieben.

Mit seinen Talenten soll man wuchern. Das steht schon in der Bibel.

Ihr Religionsunterricht spielt für Carina und ihre Entscheidung, Theologie zu studieren, eine wichtige Rolle: „Wir waren 12 Leute in unserem Kurs, und unser Relilehrer hat uns eigentlich gezeigt, wie wir uns zu ganz unterschiedlichen Themen eine eigene Meinung bilden können: Pegida, AfD, Klimaschutz, Globalisierung, Armut, Datenschutz, als Christen. Gemeinsam haben wir recherchiert und diskutiert und sogar an ein paar Schülerwettbewerben teilgenommen. ‚Ihr habt Talent und mit seinen Talenten soll man wuchern. Das steht schon in der Bibel‘, hat er uns ziemlich oft gesagt. Am Ende haben wir es geglaubt.“ Carina lacht. Vielleicht komme er sie mal mit seinem Leistungskurs in einer Vorlesung besuchen, hatte er sich am letzten Schultag von seiner Schülerin Carina verabschiedet.

Ab Montag ist Carina Studentin. Sie freut sich darauf, ist aber auch ziemlich aufgeregt. Von der Theologischen Fakultät hat sie schon viele Fotos gemacht. Fotografieren ist ihr Hobby. Dafür wird sie vorerst nicht mehr viel Zeit haben. Latein hatte sie zwar in der Schule, Griechisch und Hebräisch muss sie noch lernen. Die Studienfachberatung hatte ihr den Tipp gegeben, für Hebräisch einen Feriensprachkurs zu belegen. So kann sie sich erst einmal auf Griechisch konzentrieren. Ihre Eltern haben ihr zum Geburtstag einen neuen Wecker geschenkt. Der Sprachkurs beginnt um 8:15 Uhr… Besonders freut sie sich auf das Studieneingangsprojekt. Es heißt, im SEP lerne man viele neue Leute kennen und noch dazu, wie man den Fahrplan fürs Theologiestudium mit seinen ganzen bunten Linien und Stationen liest.


Carina ist über den Religionsunterricht zum Theologiestudium gekommen. In der EKBO ist der Religionsunterricht eine regelrechte Erfolgsgeschichte. Im vergangenen Jahr 2016 ist die Teilnehmer*innenzahl in Berlin wiederum deutlich gestiegen (+500 TN). Die aktuelle Statistik des Evangelischen Religionsunterrichts in der EKBO findest du hier. Übrigens: Die EKBO sucht nicht nur Pfarrerinnen und Pfarrer, sondern auch Religionslehrkräfte, auch als Quereinsteiger. Bei Interesse berät dich gerne Oberkonsistorialrat Dr. Friedhelm Kraft, f.kraft[at]ekbo.de.
Viele Theologiestudierende berichten, dass einzelne Personen sie entscheidend geprägt haben (Familienangehörige, Lehrer*in, Pfarrer*in, Diakon*in). Uns interessiert, wie du zur Theologie und zur Kirche gekommen bist? Kurzum:

 

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  • Typ A: Volkskirchliche Sozialisation in einer Gemeinde bzw. einer Region - 8
  • Typ B: Sozialisation im Umfeld missionarisch orientierter Gemeinde- oder Jugendarbeit - 1
  • Typ C: Glaube als Lebensfrage oder philosophisches Problem, z.B. im Religionsunterricht - 5
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/dk

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