„Pfarrberuf: Kein Tag wie der andere.“

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Der Pfarrberuf ist vielfältig. Ganz verschiedene Aufgaben, Begegnungen mit Menschen, Taufen, Seelsorge usw. Vielleicht kannst Du Dir den Beruf ein bisschen vorstellen. Aber wie ist es wirklich, Pfarrer bzw. Pfarrerin zu sein?

Damit der Beruf etwas greifbarer wird, führen wir regelmäßig Interviews mit Pfarrern und Pfarrerinnen.

Heute stellen wir Dir Pfarrer Budde vor.

Pfarrer Nicolas Budde
Pfarrer Nicolas Budde
Was steht auf Ihrer Visitenkarte?
Nicolas Budde. Pfarrer im Entsendungsdienst im Kirchenkreis Spandau.
Worum geht es in Ihrem Beruf?
Es geht darum, eine wunderbare Tradition zu bewahren und zu übertragen in unsere Zeit. Und es geht darum, für die Menschen da zu sein. Darum, ein offenes Bild der Kirche zu vermitteln und daran mitzuarbeiten, dass die Kirche auf die Bedürfnisse der Menschen eingeht und für diese da sein kann.
Welche Einschränkungen bringt Ihr Beruf mit sich?
Ein gemütliches Weihnachtsfest mit der Familie ist ein bisschen schwierig geworden… Auch Ostern hat mit einem Familienfest inzwischen weniger zu tun als mit einem Gemeindefest. Da ist ein gutes Zeitmanagement gefragt, damit man selbst auch noch in Feierstimmung kommt.
Was ist das Coolste an Ihrem Beruf?
Die Vielfältigkeit. Im Pfarrberuf ist kein Tag wie der andere. Den ganzen Tag über habe ich mit verschiedenen Menschen zu tun. Mit anderen Theologen, mit denen ich über den Glauben und die Welt diskutieren kann. Mit Kirchenkritikern, die mich auch immer wieder dazu bringen, über meinen eigenen Glauben nachzudenken, mit jungen Familien, deren kleines Kind getauft werden soll, oder mit Trauernden, die der Seelsorge bedürfen. So beschäftige ich mich den ganzen Tag über mit den großen Sinnfragen des Lebens, ich kann kreativ und frei arbeiten und immer neue, spannende Angebote für die Gemeinde erarbeiten. So kann ich meine eigenen Interessen und Leidenschaften im Beruf ausleben.
Wie lauten die drei Ratschläge an Ihr 17-jähriges Ich
Meinem 12-jährigen Ich würde ich definitiv raten, Griechisch oder Latein in der Schule zu belegen, das hätte mein Studium ganz schön entspannt… Aber die Entscheidung mit 17, es mit der Theologie zu versuchen, habe ich nie bereut. Ja, die drei alten Sprachen waren hart, und ja, das erste Examen wirkte erstmal unschaffbar, und auch die Spannung der Vergabe der Vikariats- und Entsendungsdienstplätze zehrte ziemlich an den Nerven. Aber das Gemeindeleben, die spannenden Aufgaben und die immer neuen Herausforderungen entschädigen mich jetzt dafür.
Vielen Dank, Nicolas Budde!

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