Kerstin Menzels Examenstipp: „Nicht verunsichern lassen.“

Eingetragen bei: Interview | 0
Pfarrerin Kerstin Menzel im Gespräch mit Mitgliedern des EKBO Konventsrats

EKBO-Pfarrerin Kerstin Menzel hat am 01. Januar 2017 ihren Entsendungsdienst an der Berliner Theologischen Fakultät aufgenommen. Das finden wir großartig und möchten sie euch vorstellen. Wir haben ihr darum ein paar Fragen gestellt.

Frau Menzel, Sie haben in Marburg, New York, Leipzig und Berlin Theologie studiert, haben Ihr Vikariat in Berlin-Lichtenberg absolviert und promovieren zum Thema Pfarrberuf in ländlichen Gemeinden Ostdeutschlands. Außerdem unterrichten Sie als Lehrbeauftragte an der Evangelischen Hochschule. Respekt! Sie müssen sich mit dem Lernen und Lehren gut auskennen. Was ist Ihr Examenstipp Nummer 1 für Studierende?

Wie überhaupt auf dem Weg in den Pfarrberuf: Lassen Sie sich nicht zu sehr von dem verunsichern, wie Andere die Sachen angehen, sondern suchen Sie den Weg, der zu Ihnen passt! Gehen Sie aus von Ihren eigenen Interessen und „Tiefenbohrungen“ aus dem Studium hinein in die großen Linien der einzelnen Fächer. Entscheiden Sie sich für die Examenslektüre, die Ihnen Lust macht. Lernen Sie mit Menschen und Methoden, mit denen Sie gut lernen können. Ich habe damals mit meiner Lernpartnerin zwischen Lübeck und Berlin immer telefoniert. Sie hat neben den Klassikern Podcasts zur Kirchengeschichte gehört. Ich habe lieber bunte Mindmaps gemalt.

Und an welchem Ort in Berlin können Sie so richtig entspannen?

Auf dem Fahrrad – egal ob auf dem täglichen Weg zur Theologischen Fakultät, an der Rummelsburger Bucht entlang in meine Vikariats-, die Paul-Gerhardt-Gemeinde, wo ich mit einem Predigtauftrag monatlich weiterhin Gottesdienste gestalte, oder mit meinen beiden Kindern durch die Berliner Parks. Da können die Gedanken wandern und Körper und Geist werden ordentlich durchgepustet.

Die EKBO hat Sie als Pfarrerin an die Theologische Fakultät entsandt. Was gehört seit dem 1. Januar 2017 zu Ihren neuen Aufgaben?

Eine Hauptaufgabe ist es, das Gemeindepraktikum zu begleiten. Im Sommersemester werde ich als Vorbereitungsveranstaltung eine Übung zum Pfarrberuf heute zwischen aktuellen Herausforderungen und theologischer Deutung anbieten. Die Praktikumsberichte werde ich lesen und den Studierenden zum Gespräch zur Verfügung stehen. Vermutlich wird es auch noch andere Angebote der Nachbereitung geben. Außerdem biete ich eine Übung zur Taufe in praktisch-theologischer Perspektive an und in den nächsten Semestern weitere Lehrveranstaltungen zu Themen der Praktischen Theologie. Wie andere wissenschaftliche Mitarbeiter*innen bin ich einem Lehrstuhl zugeordnet, in diesem Fall dem Lehrstuhl Praktische Theologie mit den Schwerpunkten Homiletik und Kybernetik, den zurzeit Dr. Ruth Conrad vertritt und bin in Aufgaben und Projekten des Lehrstuhls eingebunden. Ich denke, im Lauf der zwei bis drei Jahre wird sich zeigen, wo und wie in all dem der Austausch zwischen Fakultät und Kirche noch verstärkt werden kann.

Worauf freuen Sie sich im neuen Job am meisten?

Ich freue mich, dass die EKBO eine Entsendung an die theologische Fakultät mit mir zum ersten Mal ausprobiert und ich die Möglichkeit habe, im Gespräch mit Studierenden, aber auch lesend und schreibend das zu reflektieren, was kirchliches und religiöses Leben in Stadt und Land ausmacht und wie sich das Leben und Glauben der Menschen mit der christlichen Tradition verbindet und wechselseitig erhellt. Und ganz kurzfristig freue ich mich jetzt darauf, die durch das Vikariat unterbrochene Dissertation fertig schreiben und meine Ergebnisse zum Pfarrberuf in ländlichen Räumen in die Diskussion einbringen zu können.

Wir danken Ihnen für das Gespräch, liebe Frau Menzel, und wünschen Ihnen für Ihren Dienst Gottes Geleit!

/dk

Hinterlasse einen Kommentar