Nach dem Examen ist vor dem Examen… Bianca Krüger stellt euch die einzelnen Prüfungsteile der Zweiten Theologischen bzw. Gemeindepädagogischen Prüfung vor:

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Nach der Ersten Theologischen Prüfung bzw. der Master-Thesis im Studiengang Leitung – Bildung – Diversität ist erst einmal Durchatmen angesagt. Nun beginnt eine neue spannende Zeit: Das Vikariat, welches wiederum mit der Zweiten Theologischen bzw. Gemeindepädagogischen Prüfung abschließt. Während der 28 Monate dauernden Vikariatszeit sind dafür verschiedene Leistungen zu erbringen:

Die Vikarinnen und Vikare unterrichten das erste halbe Jahr über in einer Schule Religion und werden dabei durch eine Mentorin oder einen Mentor unterstützt. Am Ende dieser Unterrichtszeit müssen sie nun einen Unterrichtsentwurf verfassen, der wiederum die Grundlage für eine spezielle Unterrichtsstunde mit Anwesenheit einer Prüfungskommission bildet. In einem anschließenden Gespräch mit derselben soll dabei das eigene pädagogische Handeln begründet und reflektiert werden.

Eine weitere Prüfungsleistung, die für das Bestehen der Zweiten Theologischen Prüfung notwendig ist, stellt dabei eine vierwöchige Hausarbeit dar. Hierbei kann es sich entweder um die Ausarbeitung eines Gemeindepädagogischen Projekts oder die Anfertigung einer wissenschaftlichen Hausarbeit handeln. Im Rahmen der Zweiten Gemeindepädagogischen Prüfung ist ein Gemeindepädagogisches Projekt auszuarbeiten.

Beim Gemeindepädagogischen Projekt geht es darum, wie der Name schon sagt, ein Projekt zu entwickeln, das dem Charakter jener Gemeinde entspricht, in welcher man während seines Vikariats tatkräftig mitarbeitet. Geschehen soll dies im Einvernehmen mit der jeweiligen Mentorin oder dem jeweiligen Mentor und nach einer schriftlichen Ausarbeitung durchgeführt und letztendlich natürlich auch reflektiert werden. Die Bewertung erfolgt dabei durch zwei Gutachterinnen bzw. Gutachter.

In der wissenschaftlichen Hausarbeit wiederum setzen sich die Kandidatinnen und Kandidaten mit einem für die Kirche bedeutenden Thema oder einer wichtigen Fragestellung aus einem Arbeitsfeld des Vorbereitungsdienstes hinsichtlich ihres theologischen und humanwissenschaftlichen Kontextes auseinander.

Des Weiteren muss eine Gottesdienstprüfung absolviert werden: Nach einem innerhalb von 14 Tagen zu verfassenden schriftlichen Gottesdienstentwurfes inklusive Predigt muss die Vikarin bzw. der Vikar diesen auch halten und vor einem Prüfungsausschuss begründen.

Eine der wohl herausfordernsten Prüfungen des Zweiten Theologischen bzw. Gemeindepädagogischen Examens stellt dabei wohl die achtstündige Projektklausur dar. Sie beinhaltet die Übersetzung eines griechischen oder hebräischen Textes, die Verfassung eines theologischen Essays und die Planung eines praktischen Projektes. Aber natürlich muss man nicht acht Stunden hintereinander sitzen und schreiben! Es gibt zwischendurch eine Pause, um sich zu erholen. Letztendlich besteht der Sinn dieser acht Stunden darin, einen Arbeitstag zu simulieren.

Die letzte Prüfungskomponente stellen die Handlungsfeldprüfungen dar. Auf Grundlage der im Vikariatsbericht und im Vikariatstagebuch niedergeschriebenen Erfahrungen findet hierbei ein Prüfungsgespräch zu folgenden Handlungsfeldern statt:

1. Gottesdienst und Verkündigung

2. Bildung: Gemeinde- und Religionspädagogik

3. Seelsorge

4. Gemeindeaufbau und Mission

5. Gestalt und Ordnung der Kirche

6. Wahlpflichtbereich.

Die Kandidatin bzw. der Kandidat soll nun den Gegenstand vorstellen, Probleme benennen und in den aktuellen praktisch-theologischen, ökumenischen und diakonischen Kontext einordnen sowie das kirchliche Handeln biblisch, historisch und systematisch begründen. Die Dauer der Prüfung pro Handlungsfeld beträgt 15-20 Minuten mit Ausnahme der Seelsorge, welche ca. 30 Minuten in Anspruch nimmt. Vor den Handlungsfeldprüfungen werden der Kandidatin bzw. dem Kandidaten auf Wunsch die Noten der schriftlichen Prüfungen mitgeteilt.

Sind diese Prüfungen alle erfolgreich absolviert, ist die Zweite Theologische bzw. Gemeindepädagogische Prüfung bestanden: Herzlichen Glückwunsch!

Bianca Krüger

 

 

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