Im Predigerseminar hatten sie die Einsetzungsworte geübt. Seit Carina sich bei einem Vers versprochen hat („…, das für euch vergessen wird“), braucht sie einige Gottesdienste lang, bis sich ihre Angst vor einem erneuten Versprecher wieder legt. Im Kurs diskutieren sie heiß darüber, ob ein Abendmahl dennoch gültig ist.

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Carina hat den Mutterschutz genossen. Sechs Wochen lang konnte sie sich auf die Geburt ihres Babys vorbereiten. Es kam zum Termin zur Welt, und sie hatten danach intensive erste gemeinsame Wochen als frischgebackene Familie, Carina, Micha und: Levi. „@jorissimo @isi_theo Alles ist wie ein Traum. 👼 Außer dass wir kaum mehr Schlaf kriegen. 👀👶👀“, twittert Carina.

Nach acht Wochen geht es für Carina wieder los. Gemeinsam mit Micha hatte sie sich für dieses Modell entschieden: Micha nimmt ein Jahr Elternzeit. Mit der Stelle am Berliner Flughafen hatte es nicht geklappt. Darum war es günstig, dass er in Frankfurt noch nicht gekündigt hatte. Jetzt macht er einfach eine „Babypause“. Und Carina setzt ihr Vikariat fort, Levi im Schlepptau.

Carina kann also mit ihren Freunden Isabell und Joris zusammen das Gemeindevikariat beginnen. Sie freut sich nach dem Schulvikariat und dem Wunder von Levis Geburt auf den Lernort Gemeinde. Ihre Religionspädagogische Prüfung legt sie nach ein paar Wochen noch ab, damit sie diesen Teil ihrer Ausbildung wie alle anderen in ihrem Vikariatskurs abschließen kann. Die erste Zeit in der Gemeinde verbringt sie damit, sich mit der Gemeinde und ihren Mitarbeitenden vertraut zu machen. Sie begleitet ihren Mentor erst einmal überall hin, bevor sie nach und nach Aufgaben in der Gemeinde eigenständig übernimmt. Mit der Konfirmandenarbeit hatte sie ja schon vor dem Vikariat Erfahrungen gesammelt. Sie willigt sofort ein, als ihr Mentor sie fragt, ob sie die Konfinachmittage komplett übernehmen möchte. Ab sofort trifft sich Carina darum jeden zweiten Mittwochabend mit den Konfi-Teamern. Diese waren selbst in den vergangenen zwei bis drei Jahren in der Gemeinde konfirmiert worden und wollten dabei bleiben. Jetzt übernehmen sie nach und nach immer mehr Verantwortung bei den Konfinachmittagen, die alle vierzehn Tage samstags staffinden.

Es folgen Carinas erste Predigten und ihr erstes Abendmahl, das sie an die Gemeinde austeilt. Im Predigerseminar hatten sie die Einsetzungsworte geübt. Seit sie sich bei einem Vers einmal versprochen hat („…, das für euch vergessen wird“), braucht sie einige Gottesdienste lang, bis sich ihre Angst vor einem erneuten Versprecher wieder legt. Sie diskutieren im Vikariatskurs, ob die Einsetzungsworte Gültigkeit haben, auch wenn man sich verspricht. Die meisten sind selbstverständlich dafür. Eigentlich ist sich nur Samuel nicht sicher. Sie diskutieren an diesem Nachmittag heiß über die theologische Funktion des Einsetzungsberichts, wie er von Paulus und den Evangelien überliefert ist. „Die Einsetzungsworte gehören seit dem frühen Christentum konstitutiv zur Abendmahlsfeier. Und diese Worte sind in unverfälschter Weise zu zitieren.“ Sie streiten, ob ein Versprecher die Gültigkeit des Abendmahls nun in Frage stellt oder nicht. Carina geht das Ganze ziemlich nah, vor allem mit welcher Unnachgiebigkeit Samuel ihr und den anderen begegnet. Neulich beim Frühstück hatte er sie gefragt, ob sie es für schöpfungsgemäß halte, dass sie sich die Haare färbe. „Oh Mann“, dachte Carina nur, „worauf habe ich mich hier nur eingelassen.“ Aber insgesamt lässt sie sich nicht unterkriegen, und mit den meisten in ihrem Kurs kommt sie persönlich und theologisch gut aus. Sie liebt die gemeinsamen Kurswochen im Predigerseminar, auch wenn sie hier noch weniger Schlaf kriegt als zuhause. Levi und Micha sind dann immer dabei. Ein Glück, denkt Carina, dass meine Kirche das möglich macht.

Die Konferenz der Predigerseminare in der Evangelischen Kirche in Deutschland hat Standards für die zweite Ausbildungsphase erarbeitet. Diese sind Grundlage für die von der EKD am 10. September 2009 beschlossenen „Kompetenzmatrix“ für die zweite Ausbildungsphase.

Die sog. Kompetenzmatrix für die zweite Ausbildungsphase findest du hier: Kompetenzmatrix der EKD

Die sog. Standards für die zweite Ausbildungsphase findest du hier: Ausbildungsstandards der EKD

 

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