#Gesundheit: „I’m here for a reason.“ Was ist deine „Räson“? Um mit Belastungen und Herausforderungen klar zu kommen, sind drei wichtige Schritte notwendig.

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Der Begriff „Salutogenese“ ist heute in aller Munde, wo es um die Gesundheit von Pfarrerinnen und Pfarrern geht. Wir ergänzen: und solchen, die es werden wollen. Gemeint ist mit Salutogenese das Erforschen, wie Gesundheit entsteht.
„Mit Belastungen und Herausforderungen kommt gut klar, wer sich also aus salutogenesischer Perspektive dreierlei sagen kann:
1. Ich kann’s verstehen.
2. Ich kann damit umgehen.
3. Ich weiß, warum und wozu.
Wer aber kann das schon immer sagen? Es bedarf einiger Bemühungen, um sich über die Situation von Kirche und Pfarramt Klarheit zu verschaffen und sie zu verstehen.“
(Aus dem Vorwort der Broschüre „geht doch! gut leben und arbeiten in Balance“(2013) der pfälzischen Landeskirche: http://www.institut-afw.de/fileadmin/user_upload/Gesund_im_Pfarramt/Salutogenese_neu.pdf)
Dieser Dreiklang gilt unserer Meinung nach für Theologie- und Gemeindepädagogikstudierende genauso. Wenn du verstehst, warum du im Studium gestresst und belastet bist, ist das der erste Schritt zur Bewältigung. Ist die Prüfung in drei Wochen, du hast aber noch nicht in Ruhe dafür lernen können, gerätst du in Stress. Wer 10 Stunden pro Woche (und nicht selten mehr) arbeiten muss, um das Studium zu finanzieren, muss Zeit und Kraft gut einteilen. Das Gleiche gilt für Studierende mit Kind(ern). Zeit und Kraft (und Nerven) sind endlich. Um die nötige Widerstandskraft (= Resilienz) zu haben den Alltag zu bewältigen, brauchst du Strategien der Selbstorganisation und des Zeitmanagements, insbesondere in verdichteten Prüfungs- und Examenszeiten. Das alles klappt am besten, wenn du ein klares Ziel vor Augen hast, warum und wozu (du studierst): „I’m here for a reason.“
Warum studierst du Theologie oder Gemeindepädagogik? Weil das Theologiestudium dir Antworten auf deine Fragen gibt? „1. Was kann ich wissen? 2. Was soll ich tun? 3. Was darf ich hoffen? 4. Was ist der Mensch? Fragen, die sich schon Immanuel Kant vor über 200 Jahren gestellt hat. Weil du Pfarrer oder Pfarrerin werden willst und der ordinierte Dienst in der evangelischen Kirche dein Ziel ist?

Was ist deine „Räson“?

Die westfälische Landeskirche bietet seit zwei oder drei Jahren vorbildhaft Möglichkeiten und Maßnahmen der Gesundheitsförderung und Prophylaxe für ihre Mitarbeitenden an. Die Internetseite www.gesund-im-pfarramt.de ermutigt alle kirchlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dazu, die eigene Gesundheit bewusst in den Blick zu nehmen. Ein Besuch der Seite lohnt sich unser Meinung nach sehr, wenn man sich über die Gefährdungen und Belastungen im Pfarramt informieren und selbst vorsorgen will. Denn im ordinierten Dienst kommen neben Beschleunigung und Arbeitsverdichtung einige berufsspezifische Faktoren dazu.
Dagmar Kelle

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