Für den Gottesdienst probt Micha gemeinsam mit der Jugendband der Gemeinde. Carina weiß nichts davon. Sie spielen „God only knows what I’d be without you“. Carina ist angekommen. Für die Gemeinde wird sie Pfarrerin Siebert sein. Für ihre Freunde ist und bleibt sie @carissima.

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Seit Sonntag ist Carina ordinierte Pfarrerin. Es war ein schöner und ein langer Gottesdienst. Micha und Levi waren zeitweise zum Kindergottesdienst gegangen. Doch pünktlich zum Ordinationsvorhalt und zur Einsegnung waren sie wieder auf ihren Plätzen gewesen. Sie wollten unbedingt dabei sein, wenn Carina ordiniert wird und damit beauftragt, das Evangelium öffentlich zu verkündigen und die Sakramente zu verwalten. Micha war aufgeregt und Levi ganz andächtig gewesen.

Isabell und Joris hatte Carina schon bei der Ordinandentagung vor einigen Wochen wiedergetroffen. Hier hatten sie auch die Ordinationsverpflichtung unterschrieben. Carina und ihre Freunde hatten sich außerdem entscheiden müssen, auf welche Bekenntnisschriften sie ordiniert werden wollen: die lutherischen, die reformierten oder die reformatorischen.

Ich gelobe vor Gott, das Amt der öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung im Gehorsam gegen den dreieinigen Gott in Treue zu führen, das Evangelium von Jesus Christus, wie es in der Heiligen Schrift gegeben und in den Bekenntnissen meiner Kirche bezeugt ist, gemäß meinem Bekenntnisstand rein zu lehren, die Sakramente ihrer Einsetzung gemäß zu verwalten, meinen Dienst nach den Ordnungen meiner Kirche auszuüben, das Beichtgeheimnis und die seelsorgerliche Schweigepflicht zu wahren und mich in meiner Amts- und Lebensführung so zu verhalten, dass die glaubwürdige Ausübung des Amtes nicht beeinträchtigt wird.

Nach dem feierlichen Gottesdienst bekommen alle ihre Ordinationsurkunde überreicht. Die Freunde stoßen darauf an und gratulieren sich gegenseitig. Ihre Pfarrstellen, in die ihre Kirche sie entsandt hat, liegen recht weit auseinander. Darum sehen sie sich nicht mehr ganz so häufig wie früher. Trotzdem bleiben Carina, Isabell und Joris in Verbindung. Sie schreiben sich als WhatsApp-Gruppe, zu der auch Simon und Lina gehören, oder twittern. Nach zwei Jahren bekommen sie alle die sog. Anstellungsfähigkeit als Pfarrerin bzw. Pfarrer zuerkannt. Das Pfarrdienstgesetz definiert: Anstellungsfähigkeit ist die Fähigkeit, unter Berufung in ein Pfarrdienstverhältnis auf Lebenszeit eine Stelle insbesondere in einer Kirchengemeinde übertragen zu bekommen.

Carina bewirbt sich bereits zwei Monate vorher auf die Stelle der Landesjugendpfarrerin in ihrer Kirche. Sie wird zwar zum Bewerbungsgespräch eingeladen, bekommt die Stelle aber nicht. Anfangs ist Carina traurig, aber dann auch wieder erleichtert. Sie hätten relativ bald umziehen müssen, und Levi kommt im nächsten Jahr in die Schule. So ersparen sie ihm einen weiteren Kitawechsel.

Carina studiert weiter die Stellenanzeigen ihrer Kirche, bis sie wieder eine interessante Stelle für sich entdeckt. Diesmal ist es eine Gemeindepfarrstelle, in einer ländlichen Gegend, aber mit guter Verkehrsanbindung an die nächstgrößere Stadt. Micha ist anfangs skeptisch, weil er sehr glücklich ist mit seinem Job in einem großen Raumplanungsbüro. Zu Pendeln, wie damals zu Frankfurter Zeiten, kann er sich nicht mehr vorstellen.

Als es dann soweit ist, ist auch Micha begeistert. Carina hatte ihre Bewerbung an den Gemeindekirchenrat geschickt und war erst zum Bewerbungsgespräch und dann auch zu einem Probegottesdienst eingeladen worden. Auch die Probestunde in der Konfirmandenarbeit war ihr gut gelungen. Der Gemeindekirchenrat wählt sie daraufhin einstimmig zur neuen Pfarrerin der Gemeinde. Für den Einführungsgottesdienst probt Micha gemeinsam mit der Jugendband der Gemeinde. Carina weiß nichts davon. Sie spielen „God only knows what I’d be without you“. Carina ist angekommen. Für die Gemeinde ist sie Pfarrerin Siebert, für ihre Freunde ist und bleibt sie @carissima.

Die EKBO entsendet ihre Pfarrerinnen und Pfarrer für den Pfarrdienst auf Probe (Entsendungsdienst) in vakante Pfarrstellen.

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  • Die Entsendung in vakante Pfarrstellen ist eine landeskirchliche Notwendigkeit, um unbesetzte Gemeinden zu versorgen. - 0
  • Die Entsendung in vakante Pfarrstellen ist ein Unding. Berufsanfänger*innen sind damit überfordert. - 2
  • Die Entsendung in vakante Pfarrstellen kann eine Zumutung, aber auch ein Segen sein (wie jede andere Stelle). - 1
  • sami - 0
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