#FAQMonday Frage 1: Wer im Studium eine Psychotherapie in Anspruch nehmen will, möchte zu Recht Klarheit haben über mögliche Konsequenzen für den späteren Beruf.

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Eine Frage, die es in sich hat, vor allem für die Betroffenen. Denn wer wegen Angststörungen, Depressionen oder Erschöpfungserscheinungen im Studium eine Therapie erwägt, hat häufig einen hohen Leidensdruck. Zu diesem Zeitpunkt ist die Lebensqualität meist erheblich eingeschränkt. Prüfungen werden zu einem unüberwindbaren Hindernis. Bisweilen gelingt die Alltagsbewältigung mit einem regelmäßigen Tagesablauf und der verlässlichen Teilnahme an Lehrveranstaltungen nur noch mit Mühe.

Deine Frage: Ich möchte eine Psychotherapie machen. Kann ich trotzdem noch Pfarrer*in werden?

Unsere Antwort: Wer eine Psychotherapie angeht, tut aktiv etwas für seine Gesundheit. Das ist ein wichtiger und richtiger Schritt zur Bearbeitung und Behandlung von psychischen Belastungen und Lebenskrisen. Die Selbstreflexion und auch der Mut, der dazu gehört, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen, können für die Befähigung, einen anspruchsvollen Beruf wie den Pfarrberuf auszuüben, geradezu unerlässlich sein.

Mit anderen Worten, um Pfarrerin und Pfarrer zu werden ist, die Sorge um die eigene Gesundheit ein hohes Gut.

Entscheidend für die Anstellung als Pfarrer*in ist, ob die gesundheitlichen Beeinträchtigungen, die eine Psychotherapie während des Studiums notwendig gemacht haben, zum Zeitpunkt der amtsärztlichen Untersuchung bei der Aufnahme ins Vikariat fortbestehen. Dann ist eine Verbeamtung konkret gefährdet bzw. es würde bei der Übernahme in den Entsendungsdienst eine zweite Prüfung erfolgen.

Was das in der EKBO geltende Dienstrecht angeht, gilt grundsätzlich Folgendes:

„Pfarrerin oder Pfarrer kann nur werden, wer frei von gesundheitlichen Beeinträchtigungen ist, die die Ausübung des pfarramtlichen Dienstes wesentlich hindern würden.“ (Pfarrausbildungsgesetz §1)

„Vor der Übernahme in den Vorbereitungsdienst (Vikariat) findet eine amtsärztliche Untersuchung statt, weil Vikarinnen und Vikare als Beamtenanwärter*innen eingruppiert werden.“ (Pfarrausbildungsgesetz §7)

„In den Vorbereitungsdienst kann nicht aufgenommen werden, wenn „erhebliche Zweifel bestehen, dass die Befähigung und die Eignung der Bewerberin oder des Bewerbers während des Vorbereitungsdienstes so gefördert werden können, dass die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen werden oder ein Dienst der öffentlichen Wortverkündigung und Sakramentsverwaltung übertragen werden kann“. (Pfarrausbildungsgesetz-Ausführungsgesetz §1)

„Bei der Entscheidung über die Empfehlung für die Berufung in den Entsendungsdienst achtet die Vorschlagskommission insbesondere auch auf die Belastbarkeit der Bewerber*innen.“ (Rechtsverordnung über das Bewerbungsverfahren bei Berufungen in den Entsendungsdienst §3)

Wir hoffen, wir konnten eure Frage beantworten. Für Rückfragen aller Art sind wir gerne da.

Dagmar Kelle

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