Praktikum: Der rote Teppich in die EKBO ist ausgerollt

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Raus aus dem Hörsaal, rein in die EKBO! Deine EKBO freut sich auf dein Praktikum.

23 Theologiestudierende können sich in der kommenden vorlesungsfreien Zeit auf vier spannende und erlebnisreiche Wochen in der ganzen EKBO freuen. Überall in der Landeskirche finden wieder Gemeindepraktika statt, im Sprengel Berlin, Potsdam und Görlitz. Ein Studierender ist bereits ins (zweite) Gemeindepraktikum in eine polnischen Gemeinde gestartet und hat schon seine erste Predigt auf Polnisch gehalten. Respekt!

Gestern haben wir in der Berliner Theologischen Fakultät über das Gemeindepraktikum in der EKBO informiert. Viele Studierende, die in Kürze ins Praktikum gehen, waren trotz bibbernder Berliner Kälte gekommen, um noch einmal persönlich über das Praktikum ins Gespräch zu kommen.

Alle Studierenden werden in den vier Wochen ihres Praktikums einen konzentrierten Eindruck von der gegenwärtigen Situation von Kirche und Gemeindepfarramt gewinnen. Viele von ihnen werden in diesem Jahr die Passionszeit mit der stillen Karwoche und das Osterfest in ihrer Praktikumsgemeinde erleben. Auch daran zeigt sich, was ein Gemeindepraktikum von vier Wochen leisten kann: Studierende lernen exemplarisch einen Ausschnitt von evangelischer Kirche, Gemeinde und Pfarramt kennen und haben für die Zeit des Praktikums hautnah daran teil.

Sie lernen gemeinsam mit  e i n e r  Pfarrperson (= Mentor*in)  e i n e  Gemeinde (bzw. Pfarrsprengel) e i n e r Landeskirche (= EKBO) in  e i n e m Monat des Kirchenjahres kennen.

Im Gegensatz zum Vikariat liegt der Akzent im Gemeindepraktikum eher auf der Teilnahme durch Beobachtung als auf der Teilnahme durch eigenes Handeln. Das Verhältnis von Hospitation und eigenem Handeln hängt auch davon ab, wie viel Vorerfahrung mit evangelischer Kirche und Gemeinde du mitbringst.

Am Ende soll jede*r Praktikant*in Auskunft geben können, welche Gestalt evangelische Kirche und ihre Gemeinden sowie das Pfarrer*in sein heute haben können. Es geht darum, die evangelische Kirche und den ordinierten Dienst aus der Perspektive eines Pfarrers bzw. einer Pfarrerin in der EKBO zu erleben und zu reflektieren. Du solltest nach vier Wochen die Grundaufgaben eines Pfarrerin und einer Pfarrerin – Gottesdienst, Seelsorge, Bildung, Leitung (und Diakonie) – kennengelernt und in diesen Bereichen hospitiert haben. Auch dabei geht es uns weniger um Vollständigkeit als vielmehr um ein exemplarisches und auf diese Weise vertieftes Lernen.

Für die Anerkennung des Praktikums ist es wichtig, dass du eine Präsenzzeit von 150 Stunden in der Gemeinde verbringst. Als Landeskirche verstehen wir diese Präsenzzeit als „sichtbare und unsichtbare“ Praktikumszeit. Gemeint ist unseres Erachtens die gesamte Zeit, die du im vereinbarten Praktikumszeitraum für das Praktikum nachweislich aufwendest, also auch Vor- und Nachbereitungszeiten, die du zum Beispiel allein am Schreibtisch oder auch im Café verbringst und nicht gerade mit deinem Mentor/Ihrer Mentorin in der Gemeinde unterwegs bist.

Der Praktikumsbericht umfasst etwa 12 Seiten. Als Landeskirche verstehen wir diesen als ausführliche Reflexion der eigenen Arbeitsbeziehungen und Tätigkeiten während des Praktikums, der Erfahrungen und Erkenntnisse, die im Praktikum gewonnen wurden, insbesondere im Blick auf das eigene Berufsbild der Pfarrerin bzw. des Pfarrers, theologische Fragestellungen, vorgefundene Strukturen und die eigenen Fähigkeiten und Zielvorstellungen.

Orientierungsfragen für deinen Praktikumsbericht sind folgende:

  • Welches Vorverständnis der Arbeit in einer Kirchengemeinde haben Sie mitgebracht bzw. im Laufe des Praktikums entwickelt?
  • Welche Fähigkeiten konnten Sie erproben?
  • Welche Einsichten haben Sie gewonnen?
  • Inwiefern wurde während des Praktikums ihre theologische Kompetenz gefordert?
  • Inwiefern wurde während des Praktikums der eigene Lebensglaube thematisch?
  • Wo sind Sie an Ihre Grenzen gekommen (persönlich, fachlich, im Umgang mit anderen)?
  • Welche Wünsche/Erwartungen usw. ergeben sich im Licht der Praktikumserfahrungen für das weitere Studium?
  • Hatte das Praktikum Auswirkungen auf Ihren Berufswunsch?

Bitte deinen Mentor bzw. deine Mentorin um ein abschließendes Votum, welches du zusammen mit deinem Praktikumsbericht als Studierende an der Berliner Fakultät bei der landeskirchlichen wissenschaftlichen Mitarbeiterin, EKBO-Pfarrerin Kerstin Menzel, einreichst. Als Studierende des EKBO Studierendenkonvents bekommt Pfarrerin Dagmar Kelle in der Ausbildungsabteilung der EKBO deinen Bericht und dein Votum ebenfalls. Dafür hast du sechs Wochen nach Abschluss des Praktikums Zeit. Studierende des EKBO Studierendenkonvents führen nach dem erfolgreichen Abschluss des Praktikums ein Auswertungsgespräch mit Pfarrerin Dagmar Kelle. Allen anderen Studierenden bietet die Ausbildungsabteilung ein solches Gespräch, auch zur weiteren Berufsorientierung, fakultativ gerne an. Wir freuen uns auf dich!

Weitere Infos und Unterlagen zum Praktikum findest du hier.

Wichtig ist es uns als Ausbildungsabteilung zu betonen und zu gewährleisten:

Ein Gemeindepraktikum ist keine Eignungsprüfung für den ordinierten Dienst. Jede*r Mentor*in hat jedoch die Freiheit, im Rahmen seines bzw. ihres Votums auch eine Eignungsempfehlung zu formulieren. Stattdessen dient das Praktikum deiner eigenen Selbstklärung, ob du dich mit dem Beruf des Pfarrers bzw. der Pfarrerin identifizieren kannst und ob der ordinierte Dienst (in der EKBO) deinen Vorstellungen und deinen Stärken entspricht.

Ein Gemeindepraktikum ist keine Zumutung. Wir möchten, dass du das Praktikum nicht als Zumutung empfindest, sondern als unser Zutrauen in dich: Als Theologiestudierende*r bist du ein Gewinn für unsere evangelische Kirche. Das möchten wir auf diese Weise, wie wir dein Praktikum begleiten, zum Ausdruck bringen. Die EKBO öffnet dir exklusiv die Türen zu ihren Kirchengemeinden und Pfarrhäusern, damit du dort für vier Wochen deinen Lernort aufschlagen kannst. Alle Pfarrerinnen und Pfarrer übernehmen das Mentorat ehrenamtlich, weil sie den theologischen Nachwuchs – dich! – fördern möchten.

Darum: Raus aus dem Hörsaal, rein in die EKBO!

/dk

Auch die Litfaßsäule vor der Berliner Theologischen Fakultät trägt schon EKBO-Violett. 🙂

 

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