Christopher Türke studiert Theologie in Berlin. Er will Pfarrer werden und plädiert für mehr Praxiskompetenz im Studium: „Schon im Studium sollte die Möglichkeit bestehen, sich auszuprobieren. Dann kann man vielleicht schon im Grundstudium feststellen, ob man für den Pfarrberuf überhaupt geeignet ist.“

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Christopher Türke
Das Theologiestudium ist anspruchsvoll, und Prüfungen können ziemlich stressig sein. Weshalb es sich trotzdem lohnt, und wie man sich nebenbei fit hält, hat uns der 24-jährige Christopher Türke verraten. Er gewährt uns einen Einblick in seinen Alltag als Theologiestudent.
Bianca Krüger: Christopher, wie bist du zum Theologiestudium gekommen?

Nach dem Abitur konnte ich mich nicht für ein Studienfach entscheiden. Nach meinem Freiwilligen Sozialen Jahr in der Kultur, welche ich an der Kaiser-Wilhlem-Gedächtnis-Kirche absolviert habe, entschied ich mich dann für Theologie. Auch die vielen Gespräche mit der damaligen Pfarrerin Dr. Cornelia Kulawik haben bestimmt zu dieser Entscheidung beigetragen.

Bianca Krüger: Wie sieht ein Tag bei dir aus? Was machst du? Wo engagierst du dich überall?

Ich studiere noch am C-Seminar der Universität der Künste Kirchenmusik (C) in den Fächern Chorleitung, Orgel, Klavier und Popularmusik. Des Weiteren leite ich an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche den Singkreis der Kita (musikalische Früherziehung) und habe in einer Kirchengemeinde noch eine Stelle als Jugendleiter.

Bianca Krüger: Das ist eine ganze Menge. Wie schaffst du es, dich fit zu halten?

Zum Ausgleich gehe ich gern schwimmen oder joggen.

Bianca Krüger: Was kannst du anderen Student*innen für wertvolle Tipps für das Studium geben?

Neugierig bleiben!

Neugierig bleiben. Auch mal was lesen, was man nicht gerade für das Seminar braucht. Man entdeckt echt super viel, wenn man einfach mal so in der Bibliothek stöbern geht. Allerdings bekommt man da auch schnell das Gefühl, dass man eigentlich nichts weiß. Es gibt eine Menge Literatur und Themen. All das wird man im Studium und im Leben nicht schaffen.

Nicht den Mut verlieren. Die Sprachkurse in den ersten Semestern können schon nervig sein und einen auch immer wieder vor die Frage stellen „Warum tue ich mir das an?“. Aber es lohnt sich wirklich.

Nicht den Mut verlieren!

Diskussionsfreudig bleiben oder werden!

Diskussionsfreudig bleiben oder werden. Es gibt nicht Schöneres, als mit Freunden am Abend bei einem Bier oder einem Glas Wein noch etwas über Gott und die Welt zu reden. Man entdeckt immer wieder Themen, über die man sich noch gar keine Gedanken gemacht hat.

Bianca Krüger: Christopher, warum willst du Pfarrer werden?

„Es geht in diesem Leben nicht darum, Gott zu haben, sondern ihn zu suchen.“ Dieses Zitat stammt aus Luthers Römerbrief-Vorlesung und spiegelt eigentlich wieder, wie ich das Pfarramt verstehe. Gemeinsam mit der Gemeinde auf der Suche sein nach dem Gott des Lebens, der sich in Jesus Christus gezeigt hat.
Ich freue mich auf diese gemeinsame Suche, die Diskussionen – den gemeinsamen Weg – in der Hoffnung, immer mehr von diesem Gott zu verstehen.

Bianca Krüger: Was gefällt dir am Theologiestudium am meisten? Was eher nicht so?

Das Schöne am Theologiestudium: die verschiedenen Fächer, die Sprachen (auch wenn sie Mühe und Nerven kosten), Philosophie und etwas Pädagogik. Das Studium ist breit gefächert und darum so reizvoll.
 Was mir allerdings noch fehlt, ist eine starke praktische Theologie – mit Rhetorikunterricht, Gesangsunterricht und mehr Pädagogik. Das Vikariat reicht dafür nicht aus. Schon im Studium sollte die Möglichkeit bestehen, sich auszuprobieren. Dann kann man vielleicht schon im Grundstudium feststellen, ob man für den Pfarrberuf überhaupt geeignet ist.

Bianca Krüger: Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte Bianca Krüger.

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