#begabtundmutig – Studentin und Fotografin!

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Hast Du schon die ganzen Fotos auf unserer Website gesehen? Diese wurden von einer Studentin der Theologie gemacht. Diese ist zugleich Fotografin und wir freuen uns, dass wir heute Mary Cronos vorstellen dürfen!

Studentin und Fotografin Mary Cronos
Studentin und Fotografin Mary Cronos

 

Wo haben Sie das Fotografieren gelernt? 

Die Fotografie begleitet mich schon mein ganzes Leben. Mein Vater gab seine Begeisterung an das „Malen mit Licht“ früh an mich weiter. Weil meine Hände als Kindergartenkind zu klein waren für seine „Große“ und ich trotzdem nicht die Finger davon lassen konnte, bekam ich ziemlich schnell meine eigene Kamera und ab da begann das Lernen. Ich liebe es einfach, die Schöpfung durch mein Objektiv zu betrachten und dabei Kleines groß zu machen, einem Sekundenbruchteil zur Ewigkeit zu verhelfen und dem Lachen eines Moments ein Echo zu geben. Deshalb bekomme ich von der Fotografie einfach nicht genug. Und deshalb höre ich nicht auf zu lernen. Ich bin mein größter Kritiker und treibe mich selbst voran, um weiterhin täglich besser zu werden.

Was bedeutet die EKBO für Sie?

Da ich nicht nur fotografiere, sondern auch Theologie studiere und nun den Endspurt (1. Theologisches Examen) hinlege, fühlt sich das Konsistorium für mich wie ein zweites Zuhause an. Und wie es meist mit Kindern und ihrem Zuhause ist, gibt es immer etwas zu kritisieren und zu meckern, aber letztlich bleibt es das Zuhause. Ich habe im Großen und Ganzen mein gesamtes bisheriges Leben hier in Berlin und dem lauschigen „Speckgürtelortsteil“ Hönow verbracht – und damit im Protektorat der EKBO. Aber erst im Laufe meines Studiums lernte ich meine Landeskirche wirklich kennen.

Was wünschen Sie sich von angehenden Pfarrern und Pfarrerinnen?

Ich glaube, von angehenden Pfarrern und Pfarrerinnen wird auch ohne meine zusätzlichen Wünsche genug und vielleicht auch zu viel erwartet: Sie sollten gute Prediger sein, gute Seelsorger und Pädagogen, sie sollten genug Zeit für all ihre Gemeindeglieder, für Feste und Gremien haben und zugleich die Formalitäten und Büroarbeiten nicht vernachlässigen. Sie sollten sich am besten ebenso mit Architektur und Denkmalschutz wie mit Juristerei und Rechtsschutz auskennen. Was ich mir von den zukünftigen Pfarrerinnen und Pfarrern wünsche, ist, dass sie über all ihren Aufgaben, Ämtern und Pflichten sich selbst nicht vergessen. Ich wünsche mir Pfarrer, die nach ihren Fähigkeiten alles geben und im gleichen Maß aus ihren Gemeinden Kraft empfangen. Pfarrer, die keine omnipotenten Einzelkämpfer sein müssen, sondern Teamplayer. Pfarrerinnen, die nicht in ihren ersten Jahren schon so viel an Kraft verbrauchen, dass sie dem Burn-Out anheimfallen, sondern im hohen Alter Würde, Weisheit und Frieden ausstrahlen.

Was sind drei Ratschläge die Sie jungen Menschen fürs Studium mitgeben möchten?

Am Anfang des Studiums sieht man den riesigen Berg an Aufgaben vor sich und zumindest ich habe mich damals gefragt: Kann ich das alles schaffen? Ja, Du kannst! Deshalb lautet mein erster Ratschlag: Nichts ist unmöglich dem, der da glaubt. Wenn Du an dein Ziel glaubst, dann gib nicht auf. Im Laufe des Studiums lernt man Gott, Glauben und Christentum auf eine ganz neue Weise kennen und das kratzt am bisherige Welt-, Glaubens- und Selbstbild. Mein zweiter Rat: Lass das Kratzen zu. Hinterfrage alles und finde deine ganz eigenen, persönlichen Antworten. Wenn Du am Ende deines Studiums angelangt bist, dann wirst Du umso gefestigter sein. Am Ende des Studiums merkt man, dass man wahnsinnig viel gelernt hat – und wahnsinnig viel wieder vergessen. Und das ist schade – und zum Examen schrecklich unpraktisch. Deshalb mein dritter Rat: Non scholae sed vitae discimus. Wir lernen nicht für die Schule oder Uni, sondern für das Leben. Erhalte Dir diese Einstellung und das Wissen, das Du erlangen durftest.

Was ist Ihr Lebensmotto? 

„Pray. Trust. Try.“ ist mein Mantra. Ich bete gern. Vielleicht funktioniert Beten für mich, wie für andere ein Tagebuch. Ich rede mir alles von der Seele, bitte, frage, hoffe. Und dann vertraue ich darauf, dass ich damit nicht allein bin. Dass ich nie tiefer fallen kann, als in Gottes liebende Hand. Und in diesem Vertrauen versuche ich, das Beste aus meinem Leben zu machen. Ich kann nicht wissen, welche Entscheidung richtig ist und welche falsch – nicht im Vorhinein. Aber ich kann eine Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen treffen und darauf vertrauen, „dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist, mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten“ (Bonhoeffer).

Vielen Dank für das Interview! #begabtundmutig 

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