Auftauchen oder abtauchen? Wie viel „Landeskirche“ braucht man im Studium?

Eingetragen bei: Allgemein, Homestory, Studierende aktiv | 0
Auftauchen oder abtauchen? Carina ist weiter auf der Suche nach ihrem Platz in der Kirche.
Carina hat sich an ihrer Fakultät für das Gemeindepraktikum angemeldet. Die Praktikumsplätze vermittelt die Landeskirche. In nächster Zeit soll sie darum aus dem Landeskirchenamt Post kriegen. Insgesamt hat sie von dort Gutes und weniger Gutes gehört. Es kursieren ziemlich viele Gerüchte. Carina weiß nicht so recht, was sie davon halten soll. Sie weiß, dass es für Studierende Landeskonvente gibt, die sogenannten Studierendenlisten. Man trifft sich regelmäßig mit den Ausbildungsverantwortlichen der Kirche, bekommt viele Kontakte und auch finanzielle Unterstützung. Man spricht direkt miteinander. Das findet Carina immer einfacher, als sich auf „stille Post“ zu verlassen. „Wer von euch ist alles in so einem Konvent?“, schreibt sie darum an ihre WhatsApp-Gruppe:

Abends treffen sich alle beim Bier und reden darüber, ob man sich als Theologiestudierende einem Studierendenkonvent anschließen sollte, dass ein Wechsel der Landeskirche möglich ist und wann er sinnvoll ist.

Joris: Hä? Wer soll sich das denn aufschreiben?

Simon: Schon mal was von Personalakten gehört?

Isabell: Ich kann nur für meine Landeskirche sprechen. Da kriegt man erst im Entsendungsdienst eine Personalakte. Alles, was vorher war, steht da gar nicht drin. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass sich die Ausbildungsabteilung notiert, wie viel Bier du trinkst oder ob du mit einer Muslima zusammen bist.

Joris: Gibt es bei euch nicht eine Pfarrerin, die mit einem Muslim verheiratet ist?

Isabell: Ja, das stimmt, ich glaube, mehrere. Ich kenne sie aber nicht persönlich. Für mein Gemeindepraktikum war es zum Beispiel wichtig, dass meine Landeskirche von vornherein wusste, dass ich ein Kind habe und Sven im Schichtdienst arbeitet. Ich habe mein Praktikum dann einfach auf sechs Wochen ausgedehnt, weil ich in vier Wochen nie auf meine 150h gekommen wäre. Die Fakultät hatte ich vorher gefragt und war damit einverstanden.

Carina: Ach ja, das Gemeindepraktikum. Ich habe mich jetzt übrigens dafür angemeldet. Danach will ich mich für so eine Studierendenliste entscheiden.

Joris: Du kannst ja auch immer noch wechseln, wenn du merkst, dass das nicht passt. Wenn Micha die Stelle in München kriegt, seid ihr doch sowieso weg, oder?

Carina: Daran will ich noch gar nicht denken. Was soll ich denn ohne euch machen?

Isabell: Joris meint ja nur, dass du mit den Landeskirchen immer reden kannst, ob du dann zum Beispiel ein Gastvikariat machst oder gleich die Landeskirche wechseln solltest. Zu einem Bewerbungsgespräch fürs Vikariat müsstest du doch erst einmal überall. Oder?

Außerdem kannst du dich bei jeder Landeskirche bewerben, nicht nur dort, wo du Abitur gemacht hast oder konfirmiert wurdest. So war das früher, aber mittlerweile schon jahrelang nicht mehr. Das ist gut zu wissen, finde ich.

Simon: Ja, das habe ich auch gehört. Das ist nicht mehr so wie früher. Du kannst die Landeskirche wechseln, auch später noch. Außerdem kannst du dich bei jeder Landeskirche für die Studierendenliste bewerben, nicht nur dort, wo du Abitur gemacht hast oder konfirmiert wurdest. So war das früher, aber mittlerweile schon jahrelang nicht mehr. Es gibt sogar schon Landeskirchen, die ihre Pfarrstellen deutschlandweit ausschreiben. Das ist gut zu wissen, finde ich.

Nach dem Praktikum will ich mich zumindest mal einem Konvent anschließen, Landeskirche auf Probe sozusagen.

Carina: Das ist doch mal was. Ich verstehe sowieso nicht, warum es nicht nur eine evangelische Kirche in Deutschland gibt. Aber solange es diese 20 Landeskirchen gibt, nimmt mir wohl keiner die Entscheidung ab, wo ich mein Examen ablege und später mal arbeiten will. Nach dem Praktikum will ich mich zumindest mal einem Konvent anschließen, Landeskirche auf Probe sozusagen.

Was meinst du?

  • Ich meine, man sollte den gemeinsamen Weg mit einer Landeskirche so früh wie möglich einschlagen. Davon profitieren beide Seiten. - 3
  • Ich meine, man sollte erst einmal in Ruhe studieren. Mit dem Landeskirchenamt hat man noch sein Leben lang zu tun. - 1
  • Ich meine, das hängt stark von der eigenen Persönlichkeit ab und auch vom Angebot des Landeskirche. - 1
Submit
Results
Unsere Homestory „Carina und ihr Weg ins Pfarramt“ – Was bisher geschah:

Carina und ihr Weg ins Pfarramt

Carina und ihr Weg ins Pfarramt Teil 1: Pfarrer sein ist doch irgendwie cool

Carina und ihr Weg ins Pfarramt Teil 2: Ascher? Wer denkt nach sechs Wochen Hebräisch-Intensivkurs noch an Zigaretten?

Carina und ihr Weg ins Pfarramt Teil 3: Die vier Reiter der Nicht-Apokalypse oder: Eine Fussballmannschaft ist wie eine Tischgemeinschaft

/dk

Hinterlasse einen Kommentar