„Aufgewacht und gewusst: Pfarrer werden!“

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Ein neues Interview wartet auf Dich. Wie ist es, Pfarrer bzw. Pfarrerin zu sein? Wie kommt man zum Pfarrberuf? Und was hat Pressearbeit eigentlich mit dem Evangelium zu tun?

Heute stellen wir Dir Pfarrer Christoph Heil vor:

Pfarrer Heil
Pfarrer Christoph Heil

 

Christoph Heil, was steht auf Ihrer Visitenkarte?

Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz
Pfarrer Christoph Heil
Pressereferent
Georgenkirchstraße 69
10249 Berlin
Telefon 030 24344423
c.heil@ekbo.de

Worum geht es in Ihrem Beruf?

Gottes Wort verkündigen. In der Pressestelle läuft das über Multiplikatoren. Ich erfahre etwas, schreibe es auf oder sage es weiter. In dieser Woche zum Beispiel, dass die Kirchenleitung eine Flüchtlingskirche plant. Journalisten machen daraus Texte und Bilder. Nachrichten erreichen Hunderttausende von Menschen. Sie verändern Meinungen und Einstellungen, langfristig auch Verhalten. Ich möchte, dass Menschen aufmerksam werden auf Kirche, auf Gott und auf Jesus Christus.

Welche Einschränkungen bringt Ihr Beruf mit sich?

Als Pfarrer in der Pressestelle erreicht mich kein direktes Feedback von Gemeindegliedern. Aber ich freue mich jedes Mal, wenn ich die Zeitung aufschlage und ich etwas lese, das aus der Pressestelle kommt.

Was ist das Coolste an Ihrem Beruf?

Das Coolste ist, dass ich fast täglich direkt mit dem Bischof zusammenarbeite. Der Bischof ist der geistliche Leiter der Landeskirche. Er ist Vorsitzender der Kirchenleitung und repräsentiert die Kirche nach außen.

Wie sieht Ihr Werdegang aus?

Nach dem Abitur Zivildienst, dann Theologiestudium in Frankfurt, Berlin und Heidelberg. Dazwischen ein Studienjahr in Israel. In der Kirche wollte ich zunächst nicht arbeiten. Spannender fand ich ein Angebot in der Presse- und Öffentlichkeitsabteilung der israelischen Botschaft. Später arbeitete ich mit europäischen Nahost-Berichterstattern in Amerika, in Israel und in Europa. Mit 38 hatte ich genug vom Reisen und von den kurzen professionellen Begegnungen in Redaktionen und Parlamenten in Washington, London oder Paris. Ich wollte an einem Ort ankommen und Menschen langfristig begleiten. Im Ausland hat es mich immer wieder in Kirchen gezogen. Kirche war der Ort, an dem ich mich zuhause und aufgehoben fühlte. Kirche bietet Raum für das Unvollkommene, für das Fragmentarische im Leben. An Ostern 2011 wachte ich in Amerika auf und wusste: Ich will Pfarrer werden! Dafür habe ich mich auf zweieinhalbjähriges Vikariat in Ostbrandenburg eingelassen. Am Ende stand die Ordination in der Marienkirche in Berlin. Das war ein tolles Gefühl. Endlich bin ich beruflich angekommen.

Wie lauten die drei Ratschläge an Ihr 17-jähriges Ich?

Erstens: „Sag, was Du denkst“, Apostelgeschichte 18,9b-10a. Zweitens: „Liebe, und dann tue was Du willst“, Kirchenvater Augustinus. Und drittens ein Vers, den mir ein geistlicher Begleiter einmal gesagt hat: „Lass dich nicht von Menschen leiten, Menschen sind wie Laub im Wind. Christus schafft Persönlichkeiten, die das Salz der Erde sind.“

Danke für das Interview, Christoph Heil! 

Ein weiteres Interview findet du hier.

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