Andere müssen dafür ihre Freizeit opfern. Ich nenne das mein Studium…

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Theologiestudentin Elina Köhler
Theologiestudentin Elina Köhler

Elina Sophia Köhler ist 21 Jahre alt und studiert im 3. Semester Theologie an der Berliner Humboldt-Universität. Wie sieht ihr Tag als Theologiestudentin aus? „Ich stehe morgens so auf, dass ich um 10 Uhr in der Uni bin, als erstes habe ich Hebräisch. Die erste Stunde lernen wir die neue Grammatik für diesen Tag und in der zweiten übersetzen wir biblische Texte. Dann geht es weiter: 12.15 Uhr Kirchengeschichte IV, konfessionelles Zeitalter, Pietismus und Aufklärung. Danach habe ich erstmal zwei Stunden frei. Ich esse kurz was und setze mich dann in die Bibliothek, um den Hebräisch-Text für morgen zu machen. Eine Sache weniger, die ich zuhause machen muss… Um 16.15 Uhr geht es weiter mit einer religionspädagogischen Methodenübung: Erzählen in Kirche und Gemeinde. Es ist das Tollste an diesem Tag. Wir üben das Erzählen biblischer Geschichten. Dafür muss sich jede*r Kursteilnehmer*in eine biblische Geschichte aussuchen, die er dann erzählt. Wir hören also jedes Mal mindestens eine erzählte Bibelgeschichte und sprechen darüber. Es ist toll, nach den ganzen theoretischen Dingen etwas ganz Praktisches zu machen.“ Seit ihrem 14. Lebensjahr ist Elina schon in der evangelischen Kirche aktiv und konnte seitdem eine ganze Menge Erfahrungen sammeln. „Das bringt mir vielleicht nichts im Studium, aber vermutlich später beim Start ins Berufsleben.“, sagt sie. Seit Januar 2015 verritt sie die Jugend in der Landessynode der EKBO, dem obersten Leitungsgremium unserer Kirche. Angefangen hat alles mit der Jugendarbeit in einer Berliner Kirchengemeinde. Das war 2007. Später folgten der Vorsitz des Kreisjugendkonvents im Kirchenkreis Neukölln, die aktive Mitarbeit im Landesverband der Evangelischen Jugend (EJBO) und vieles mehr. „Meine ökumenischen und interreligiösen Erfahrungen haben mich natürlich auch geprägt.“, überlegt sie und erinnert sich an ihren Freiwilligendienst in Israel. Was ist das Coolste am Theologiestudium für Elina? Sie strahlt: „Ich liebe es am Studium, dass ich mir jeden Tag Gedanken machen darf über – im wahrsten Sinne – Gott und die Welt. Andere müssen dafür ihre Freizeit opfern. Ich nenne das mein Studium!“ Auch bei den drei Ratschlägen an ihr 17-jähriges Ich muss sie schmunzeln: „Erstens: Pass in der Schule besser auf. Es ist doch sinnvoller, als Du momentan denkst… Zweitens: Mach Dich darauf gefasst, dass du mit der Wahl Deines Studienfachs Theologie auf jeder Veranstaltung und bei jedem Zusammentreffen mit unbekannten Menschen mit wenigstens einer Person über Gott und Deinen Glauben reden musst. (Das hat aber auch gute Seiten!) Und drittens: Lass dich nach dem Abi nicht stressen. Das Studium dauert eh schon so lange, da machen zwei Jahre auch nichts mehr aus.“

2 Antworten

  1. Jonathan Puppe

    Ist das Studium sehr Sprachlastig? Ich bin jetzt 15 Jahre alt und mache mein Praktikum in einer Kirchengemeinde. Mir gefällt der Beruf sehr aber ich bin mir wegen der Sprachen nicht so sicher da ich sehr untalentiert im Thema Sprachen bin.

    • Lieber Jonathan,
      danke für Deine Frage zu den Sprachen im Theologiestudium. Du hast Recht, die Sprachen Latein, Alt-Griechisch und Biblisches Hebräisch gehören zum Theologiestudium dazu. Du brauchst sie, um die Bibel im Urtext verstehen und wichtige Texte der Kirchengeschichte lesen zu können. Zugegeben, das ist für alle Studierenden eine ganz schöne Hürde. Neben den Sprachkursen an den Theologischen Fakultäten bieten einige Landeskirchen auch Feriensprachkurse an (https://www.ekd.de/studium_bildung/studium/sprachkurse.html). Vielleicht hast Du die Chance, eine oder sogar zwei der drei Sprachen schon in der Schule zu erlernen?
      Solltest Du weitere Fragen zum Theologiestudium und zum Pfarrberuf haben, melde Dich einfach.
      Viel Spaß beim Praktikum!
      Deine Pfarrerin Kelle

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